Schäden durch Unwetter
Unwetter, Hochwasser und ähnliche Katastrophenlagen hat es schon immer gegeben. Nur in den letzten Jahren haben auch in Deutschland diese Ereignisse Ausmaße erreicht, die es in der Vergangenheit seltener gegeben hat. Ein Ereignis ist sicher die große Flutkatastrope im Ahrtal im Juli 2021. Damals zeigten uns Bilder in den Nachrichten und im Internet, wie unvorbereitet wir auf solche Naturereignisse sind. Kurze Zeit später, im Oktober 2023 zeigte uns die Natur abermals, welche zerstörerischen Kräfte sie freisetzen kann. Dieses Ereignis war uns näher, als das Hochwasser im Ahrtal. Dieses Mal waren viele unserer eigenen Strandwachen betroffen, die etliche Schäden davontrugen. Bilder im Fernseher zeigten uns Einsatzkräfte, die in unserem Kreisgebiet aktiv gegen Unwetter und Überschwemmung ankämpften, um unsere Heimat zu schützen. Von Feuerwehr über THW und andere Hilfsorganisationen waren viele Farben zu sehen. Das Rot der DLRG Einsatzkleidung war dagegen fast unsichtbar. Das liegt vor allem daran, daß wir als DLRG im Kreisgebiet uns bisher nicht im Bereich Katastrophenschutz eingebracht haben.
Lessons learned
Die Ereignisse aus dieser jüngsten Vergangenheit haben uns lernen lassen. Lernen lassen, daß nur gute Vorbereitung und Zusammenarbeit vieler Kräfte uns in die Lage versetzt, Schäden an Mensch und Material möglichst zu minimieren. Aus diesem Grunde haben wir als DLRG Kreisverband uns entschlossen, daß wir unsere DLRG Gliederungen im Kreisgebiet motivieren wollen, einfach mitzumachen.
Die Regieeinheit Wasserrettung des Kreises Schleswig-Flensburg
Aktuelles Projekt im Kreisverband Schleswig-Flensburg ist die Beteiligung an der neuen "Regieeinheit Wasserrettung" die gerade durch die Untere Katastrophenschutzbehörde (UKB) des Kreises Schleswig-Flensburg aufgebaut wird. Dabei möchten wir mit unserem Know-How im Bereich Wasserrettung, mit Material und vor allem mit motiviertem Personal unterstützen. Die Ortsgruppen Holmarksee und Kropp haben hier den Anfang gemacht und sind mit zahlreichen Kameraden der Regieeinheit beigetreten. Zusammen mit den lokalen Feuerwehren bilden sie ein Team und stellen zwei Bootstrupps Hochwasser. In der Endausbaustufe der Regieeinheit sollen drei Bootstrupps verfügbar sein. Zusätzlich zu den drei Bootstrupps gehört zur Regieeinheit auch eine Amphibienstaffel. Diese besteht aus zwei Amphibientrupps und werden durch die Feuerwehr in Maasholm und den DLRG Kreisverband gestellt. Die Amphibienfahrzeuge werden vom Land Schleswig-Holstein gestellt. Dazu kommt jeweils ein Zugfahrzeug. Diese sind allerdings noch in der Beschaffungsphase.

Voraus in die Zukunft
In den nächsten Monaten wird es das Hauptziel sein, die Kameraden der Regieeinheit mit dem nötigen Wissen und dem nötigen Material auszustatten. Zur Ausbildung gehört zum Beispiel die BOS-Sprechfunkausbildung. Erste Kurse laufen bereits im Kreisfeuerwehrverband SL/FL. Unsere DLRG Kameraden sind dort sehr freundlich aufgenommen worden und die ersten haben bereits das BOS-Zertifikat in den Händen. Im Gegenzug wird die DLRG die Schwimmausbildung übernehmen. Rettungsschwimmscheine für die Bootsbesatzungen und weitere Schwimmabzeichen sind dort das Ziel. Die Ausbildung wird im Schwimmbad, aber auch in Freigewässen stattfinden, um späteren Einsatzszenarien schon während der Ausbildung realistisch nahe zu kommen.
Eine erweiterte Ausbildung im Bereich Erste Hilfe wird dann folgen, um zum Beispiel den Umgang mit Beatmungsbeuteln und Sauerstoff zu erlernen.
Materiell möchten wir mit Unterwasserkameras und Sonargeräten unsere Fähigkeiten verbessern. Damit wird auch ein Einsatz im Bereich Gefahrenabwehr möglich. Personensuche im und am Wasser gehört dann auch zu den Fähigkeiten, die die Regieeinheit anbieten kann.